Finnland gegen Tschechische Republik Prognose 28 Mai 2026
🔊 Das Viertelfinale der Eishockey-Weltmeisterschaft verspricht ein hochspannendes und intensives europäisches Duell. Finnland spielt bislang nahezu eine perfekte Gruppenphase und war bis zum letzten Spieltag im Rennen um Platz eins in Gruppe A. Eine Niederlage gegen die Schweiz kostete Suomi jedoch den Gruppensieg und brachte sie auf Rang zwei. Tschechien startete souverän ins Turnier, ließ aber gegen Ende der Vorrunde deutlich nach und geht nach zwei Niederlagen in Serie mit gemischten Gefühlen ins Playoff. Die jüngsten direkten Duelle zwischen beiden Teams deuten allerdings darauf hin, dass der Unterschied zwischen den Kontrahenten längst nicht so groß ist, wie es die Abschlusstabelle vermuten lässt. Kann Finnland seiner Favoritenrolle gerecht werden, oder werden die Tschechen erneut zum unangenehmen Gegner in den K.o.-Spielen?
Direkter Vergleich
📊 In diesem Jahr sind die beiden Teams bereits zweimal im Rahmen des Euro Hockey Tour aufeinandergetroffen und haben sich jeweils mit demselben Ergebnis die Punkte geteilt (3:2). Im jüngsten Duell setzten sich die Finnen durch - Mikko Lehtonen erzielte damals das entscheidende Powerplay-Tor. Ein interessanter Trend zieht sich durch die direkten Duelle: In fünf der letzten sechs Begegnungen behielten jeweils die Gastgeber die Oberhand. Trotz eines überzeugenderen Auftritts von Finnland in der Gruppenphase bleibt Tschechien ein äußerst unangenehmer Gegner für Suomi - insbesondere in hart umkämpften Spielen, in denen viel Zweikampf und taktisch geprägtes Eishockey gefragt sind.
H2H-Statistiken der Spiele und frühere Teamergebnisse

Finnland Teamübersicht
Die Finnen beendeten die Gruppenphase mit einer äußerst anspruchsvollen Partie gegen die Schweiz (2:4). Zum ersten Mal im Turnierverlauf traf das Team auf einen Gegner, der über die gesamte Spielzeit ein hohes Tempo und konsequenten Druck ohne Scheibe aufrechterhalten konnte. Finnland verschlief den Start komplett, kassierte bereits in der ersten Minute das 0:1 und lag nach fünf Minuten mit 0:2 zurück. Doch im zweiten Drittel meldeten sich die Suomi dank eines Doppelpacks von Aleksander Barkov eindrucksvoll zurück. Bemerkenswert bleibt, dass Finnland erneut Charakter zeigte und sich während des Spiels taktisch anpassen konnte. Dennoch erwies sich die späte Strafzeit von Mikko Lehtonen als Schlüsselmoment - genau danach nutzte die Schweiz das Powerplay zum entscheidenden Treffer und sicherte sich den Sieg.
Trotz der Niederlage am letzten Spieltag absolvierte Finnland nahezu eine perfekte Gruppenphase. Das Team feierte sechs Siege in sieben Partien, wobei sämtliche Erfolge mit mindestens zwei Toren Vorsprung eingefahren wurden. Der Auftakt gelang mit einem souveränen 3:1 gegen Deutschland, anschließend kontrollierten die Skandinavier den Großteil ihrer Begegnungen durch konsequentes Defensivspiel und eine hervorragend organisierte Abwehr. Am Ende belegen die Finnen in Gruppe A Rang zwei mit 18 Punkten und einem beeindruckenden Torverhältnis von 31:11. Besonders überzeugend präsentierte sich dabei die Defensive - im Schnitt kassierten die Suomi lediglich 1,5 Gegentore pro Partie.

Tschechische Republik Teamübersicht
Tschechien stellte im letzten Gruppenspiel Kanada lange Zeit vor große Herausforderungen, musste sich am Ende jedoch knapp mit 2:3 geschlagen geben. Die Tschechen agierten in den ersten beiden Dritteln äußerst diszipliniert und nutzten zwei Fehler der Kanadier eiskalt aus. Zunächst traf Marek Alšer, anschließend profitierte Dominik Kubalík von einem misslungenen Zonen-Ausstieg von Darnell Nurse. Besonders defensiv präsentierte sich Tschechien sehr stabil - im ersten Drittel ließen sie Kanada kaum zu gefährlichen Abschlüssen kommen. Doch im Schlussdrittel erhöhte Kanada den Druck deutlich, und die Tschechen verloren zunehmend die Kontrolle über das Spielgeschehen.
Das Ende der Gruppenphase gestaltete sich für Tschechien äußerst schwierig. Das Team kassierte zwei Niederlagen in Serie und holte insgesamt nur vier Siege aus sieben Partien. Die schmerzlichste Pleite setzte es gegen Norwegen (1:4), als die Tschechen den Start komplett verschliefen und beim Spielaufbau zu viele Fehler machten. Der überzeugendste Auftritt gelang zum Auftakt gegen Dänemark (4:1). Am Ende belegt Tschechien Rang drei in Gruppe B mit 13 Punkten und einer Tordifferenz von 19:17. Sorgen bereitet vor allem die Defensive - im Vergleich zu Finnland unterlaufen Tschechien deutlich mehr Positionsfehler, und sie haben Mühe, mit dem aggressiven Forechecking der Gegner umzugehen. Dennoch bleibt Tschechien ein äußerst gefährlicher Gegner im Turnier.
Spielergebnisse: Tschechische Republik
⚡️ Schlüsselspieler
Für Finnland liefern Jesse Puljujärvi, Aleksander Barkov und Henri Jokiharju bislang einen konstant starken Auftritt in der Gruppenphase ab. Puljujärvi sammelte 8 Scorerpunkte (4 Tore, 4 Assists) und zählt zu den wichtigsten Akteuren im Powerplay - bereits drei seiner Treffer waren spielentscheidend. Auch Barkov steht bei 8 Punkten (2 Tore, 6 Assists) und prägt das finnische Spiel sowohl in Umschaltsituationen als auch unter Druck maßgeblich. Jokiharju kommt ebenfalls auf 8 Zähler (2 Tore, 6 Assists) und überzeugt mit einer Plus/Minus-Bilanz von +7, da er sich immer wieder offensiv einschaltet.
Bei Tschechien bleibt Dominik Kubalik einer der gefährlichsten Offensivakteure - er erzielte bislang 4 Tore und steuerte insgesamt 4 Punkte bei. David Tomasek führt das Team mit 5 Assists als bester Spielmacher an, während Michal Kovarčík weiterhin viel Eiszeit in den unteren Reihen erhält und enorm wichtige Arbeit abseits des Pucks verrichtet.
🥅 Torhüter
Bei Finnland steht weiterhin Justus Annunen als Nummer eins zwischen den Pfosten. Der Goalie wehrte bislang 91,35 % aller Schüsse ab und kommt auf einen Gegentorschnitt von 1,81. Trotz vier Gegentreffern gegen die Schweiz war Annunen im Turnierverlauf mehrfach der entscheidende Rückhalt, insbesondere bei viel Verkehr vor dem Tor agiert er äußerst souverän.
Für Tschechien sorgt Josef Korenar als einer der Hauptfaktoren für Stabilität im Team. Der Keeper hält aktuell eine Fangquote von 92,21 % und einen Gegentorschnitt von 2,00. Im tschechischen Kader steht zudem Dominik Pavlat bereit, der im schwierigen Spiel gegen Kanada mehrfach mit starken Paraden auf sich aufmerksam machte und sein Team nach gefährlichen Angriffen der Kanadier im Spiel hielt.
Redaktionstipps
Trotz des Viertelfinal-Charakters und des traditionell vorsichtigen Eishockeys in K.-o.-Spielen spricht die aktuelle Form beider Nationalteams für eine torreiche Begegnung. Finnland haben sich in der Gruppenphase als eines der offensivstärksten Teams des Turniers präsentiert - im Schnitt erzielen die Suomi 4,4 Tore pro Spiel, und in fünf ihrer sieben Partien fielen mindestens fünf Treffer insgesamt, sowohl für die Skandinavier als auch ihre Gegner. Selbst gegen das defensivstarke Team aus der Schweiz fanden die Finnen nach einem schwachen Start schnell in die Spur zurück und trafen zweimal im zweiten Drittel. Besonders auffällig: Finnland kreiert konstant viele Chancen - dank der schnellen Vorstöße der Verteidiger und der hohen Beweglichkeit der Stürmer zwischen den Linien.
Auch Tschechien bleiben trotz aller Defensivprobleme brandgefährlich im Angriff: Im Schnitt erzielen sie in der Gruppenphase 2,7 Tore pro Partie, und in sechs ihrer sieben Spiele fielen mindestens fünf Treffer in der regulären Spielzeit. Die beiden Teams standen sich zudem erst kürzlich im Rahmen der Euro Hockey Tour gegenüber, und in den letzten fünf offiziellen direkten Duellen zwischen Finnland und Tschechien wurde die Marke von insgesamt 4,5 Toren stets übertroffen. Hinzu kommt, dass beide Mannschaften über hochklassige Powerplay-Formationen verfügen und gegnerische Strafzeiten regelmäßig eiskalt ausnutzen. Vor diesem Hintergrund erscheint ein Tipp auf über 4,5 Tore selbst in einem so brisanten Viertelfinale als gut begründet.
