Die größten Fußballtransfers des Sommers 2026

Der Sommer 2026 ging als eines der teuersten Transferfenster der jüngeren Geschichte in die europäische Fußballhistorie ein. Die Klubs schlossen sechs Deals im Wert von jeweils mehr als 100 Millionen Euro ab – mehr als in den drei vorherigen Sommerfenstern zusammen. Der wichtigste Motor des Marktes waren die englischen Vereine, auch wenn die spanischen Großklubs Anerkennung dafür verdienen, endlich aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht zu sein. In diesem Artikel haben wir die zehn größten Transfers des vergangenen Sommers zusammengestellt.
Enzo Fernandez (Mittelfeld, Argentinien) — von Chelsea zu Manchester City für 145 Millionen Euro
Der teuerste Deal des Sommers und ein neuer Transferrekord der Premier League. Enzo wurde zum ersten Spieler der Geschichte, der zweimal für mehr als 100 Millionen Euro verpflichtet wurde. Der Argentinier wollte bereits während der vergangenen Saison offenbar wechseln – zunächst wurde Real Madrid genannt, am Ende landete er in den letzten Stunden des Transferfensters bei City. Bis zum Ende des Sommers war sein Verhältnis zu den Chelsea-Fans vollständig zerrüttet: Er wurde von den eigenen Anhängern ausgepfiffen und stand später nicht einmal mehr im Spieltagskader. Chelseas Entscheidung, den Argentinier ziehen zu lassen, wirkt daher logisch. Für City ist es eine langfristige Verstärkung des Mittelfelds, besonders nachdem der Klub im selben Sommer Rodri und Bernardo Silva verloren hatte.
Rodri (Mittelfeld, Spanien) — von Manchester City zum FC Barcelona für 60 Millionen Euro
Auf den ersten Blick wirken 60 Millionen Euro für einen Ballon-d'Or-Gewinner und besten Spieler der Weltmeisterschaft wie ein Schnäppchen. Doch der Spanier hatte nur noch ein Jahr Vertrag und wurde nach seinem Kreuzbandriss sicher nicht stärker. Außerdem verfügte Barcelona bereits über eines der stärksten Mittelfelder der Welt. Deshalb gibt es Fragen zu diesem Deal. Gleichzeitig ist der Kontext wichtig. Die Katalanen setzten sich gegen Real Madrid durch, das während eines Großteils des Transferfensters als Favorit auf Rodri galt, und holten einen der erfolgreichsten europäischen Fußballer der modernen Ära.
Morgan Rogers (Mittelfeld, England) — von Aston Villa zu Chelsea für 138 Millionen Euro
Rekordtransfer in der Geschichte von Chelsea und der teuerste britische Fußballer aller Zeiten. In der vergangenen Saison kam Rogers in 55 Spielen auf 14 Tore und 12 Assists, half Aston Villa beim Gewinn der Europa League und wurde zum besten Spieler des Turniers gewählt. Zunächst galt Arsenal als Hauptinteressent, doch Chelsea handelte schneller und verpflichtete den talentierten englischen Mittelfeldspieler, der auf dem Papier perfekt in das System von Xabi Alonso passt.
Yan Diomande (Flügelspieler, Elfenbeinküste) — von RB Leipzig zu Real Madrid für 125 Millionen Euro
Der 19-jährige Flügelspieler wurde zum teuersten afrikanischen Fußballer der Geschichte und brach den bisherigen Klubrekord von Real Madrid, den Jude Bellingham gehalten hatte. Der Ivorer spielte eine starke Bundesliga-Saison mit 13 Toren und 10 Assists in 36 Partien und wurde zudem als Rookie des Jahres ausgezeichnet. Manche mögen sagen, dass Real Madrid bei diesem Preis ein enormes Risiko eingegangen ist. Doch solche Deals passen durchaus zum Stil des Klubs. Florentino Perez wollte Diomande um jeden Preis – und bekam ihn, auch wenn die Ablöse deutlich überhöht wirkt.
Elliot Anderson (Mittelfeld, England) — von Nottingham Forest zu Manchester City für 135 Millionen Euro
Einer der logischsten Transfers des Fensters. City verlor Rodri und brauchte einen kompletten Neuaufbau im Mittelfeld. Anderson absolvierte zwei volle Spielzeiten für Forest, ohne verletzungsbedingt auch nur ein einziges Spiel zu verpassen, wurde bei der WM 2026 zu einem der Führungsspieler Englands und zeigte, dass er bereit für den nächsten Karriereschritt ist. Ein direkter Vergleich mit Rodri ist nicht ganz fair: Elliot ist stärker vom Spiel seiner Mannschaft abhängig, als dass er es selbst diktiert, während der Spanier den Rhythmus vorgab. Maresca wird daher ein neues Mittelfeld um mehrere Spieler statt um einen einzigen Sechser bauen müssen, und Anderson dürfte zu einem Schlüsselteil dieser Struktur werden.
Bradley Barcola (Flügelspieler, Frankreich) — von PSG zu Liverpool für 125 Millionen Euro
Rekordverkauf in der Geschichte von PSG und im gesamten französischen Fußball – zuvor hielt Neymars Wechsel für 90 Millionen Euro den Bestwert. In drei Jahren in Paris absolvierte Barcola 152 Spiele, erzielte 39 Tore und gab 37 Assists, gewann zweimal die Champions League und wurde dreimal französischer Meister. In diesem Sommer wollte Bradley eine Veränderung. Er versuchte unbedingt nach England zu wechseln, wo Liverpool großes Interesse an ihm hatte. Am Ende profitierten alle Seiten: Liverpool bekam einen Top-Flügelspieler für eine Problemposition, Barcola einen Stammplatz bei einem Premier-League-Giganten und PSG wurde reicher.
Marc Cucurella (Verteidiger, Spanien) — von Chelsea zu Real Madrid für 55 Millionen Euro
Jose Mourinho, der in diesem Sommer zu Real Madrid zurückkehrte, ist ein großer Bewunderer des Spaniers und war die treibende Kraft hinter dem Transfer. Die Klubführung hatte kaum Probleme damit, dem Wunsch des Trainers nachzukommen. Der Deal wurde während der Weltmeisterschaft vereinbart, bei der Cucurella mit Spanien Weltmeister wurde und ins Team des Turniers gewählt wurde. Real Madrid setzte sich im Rennen um Marc außerdem gegen Barcelona und Atletico Madrid durch.
Bruno Guimaraes (Mittelfeld, Brasilien) — von Newcastle zu Arsenal für 87,5 Millionen Euro
Der Premier-League-Meister verpflichtete einen fertigen Mittelfeldspieler, der keine Eingewöhnungszeit im englischen Fußball braucht: In etwas mehr als zwei Spielzeiten bei Newcastle absolvierte der Brasilianer 195 Partien und erzielte 31 Tore. Der entscheidende Punkt ist die Rotation. Declan Rice und Martin Zubimendi wurden in der vergangenen Saison bis ans Limit belastet. Bruno wird den wichtigsten Mittelfeldspielern von Arsenal nicht nur Pausen ermöglichen, sondern auch mehr Variabilität bringen. Der Brasilianer ist vielseitig: Er kann als Sechser oder Achter spielen und Defensivarbeit mit Vorstößen nach vorne verbinden. Ein sehr guter Deal für die Gunners.
Anthony Gordon (Flügelspieler, England) — von Newcastle zum FC Barcelona für 80 Millionen Euro
Gordon gab zu, seit seinem dritten Lebensjahr davon geträumt zu haben, für Barcelona zu spielen, und wegen dieses Traums als Kind sogar Spanisch gelernt zu haben. In der vergangenen Saison wurde er mit 17 Toren Newcastles bester Torschütze, zehn davon in der Champions League. So wurde der Traum Realität. Barcelona brauchte ihn nicht als weiteren technisch starken Flügelspieler, sondern als Kopie von Raphinha, der ins Sturmzentrum rückte. Gordon ist eine Pressingmaschine und ein Meister darin, freie Räume zu attackieren. Gemessen am Saisonstart hat er sich hervorragend in Flicks System eingefügt.
Sandro Tonali (Mittelfeld, Italien) — von Newcastle zu Tottenham für 108 Millionen Euro
Rekordtransfer in der Geschichte von Tottenham. Sein Vertrag läuft bis 2032, bei einem Wochengehalt von 275.000 Pfund. Der Italiener kennt die Premier League bereits und soll zu einem der Führungsspieler im Team von Roberto De Zerbi werden und Verantwortung für die Spielkontrolle übernehmen. Ja, der Saisonstart war für Tonali schwierig – ebenso wie für Tottenham insgesamt. Doch es gibt kaum Zweifel daran, dass sich der Italiener steigern und dem Londoner Klub früher oder später aus diesem Tief helfen wird.


